Ein Maskenball

Donnerstag, 16. November 2017 – Beginn 19.30 Uhr

 

Informationen zum Werk

Melodramma in 3 Akten

Text: Antonio Somma, nach dem Libretto von Augustin Eugène Scribe

zu der Opéra-historique Gustave ou le Bal masqué von Daniel François Esprit Auber

Musikalische Leitung: Traian Ichim, Luciano di Martino

Regie: Corinna Boskovsky

Giuseppe Verdis Oper Ein Maskenball war schon ein Triumph bei der Uraufführung 1859 und gehört zu den Standardwerken in den Repertoires der internationalen Opernhäuser. Un ballo in maschera/Ein Maskenball ist ein Spiel von sprudelnder Leichtigkeit und abgrundtiefer Tragik, in dem Giuseppe Verdi Musik und Handlung zu bis dahin noch nicht erreichter, inspirierter und zugleich kunstvoll ausgearbeiteter Geschlossenheit verband. Das Libretto stützt sich auf die historischen Ereignisse aus dem Jahr 1752 um den Tod des schwedischen Königs Gustav III. während eines Balles. Da die Zensur keinen Königsmord auf der Bühne wünschte, musste Verdi sein Werk mehrmals umarbeiten und verlegte die Handlung in die USA: Der Gouverneur Riccardo liebt Amelia, die Frau seines besten Freundes Renato. Um seine Freundschaft nicht zu verraten, will er seiner Liebe entsagen, doch seine Feinde wissen Renatos Eifersucht für ihre Zwecke zu nutzen. Während eines glanzvollen Balles kommt es zur Tragödie. Packend wie ein Thriller entwickelt sich die Handlung um Liebe und Politik, Pflicht und Rache. Szenisch effektvoll sind prächtige Hoffeste mit düsteren Szenen bei der Wahrsagerin oder auf einem Galgenberg, auf dem die Liebenden einander begegnen, kontrastiert.

Der Titel Ein Maskenball ist aber auch Schlüssel zur Handlung, denn alle Figuren haben etwas zu verbergen: Riccardo und Amelia ihre Leidenschaft, die Verschwörer ihre tödlichen Pläne, Renato seine Eifersucht. Nicht zu Unrecht wird immer wieder darauf hingewiesen, dass Verdi, der sich ein Leben lang mit dem Werk Shakespeares beschäftigte, hier eine Einheit von Tragödie und Komödie im Sinne Shakespeares erreichte.

Auch musikalisch schuf Verdi ein facettenreiches Bild aus Licht und Schatten. Für diese Oper komponierte er eines seiner leidenschaftlichsten und größten Liebesduette, ebenfalls grandios und dem berühmten Quartett des Rigoletto vergleichbar, ist das Quartett, in dem Renato, der sich von seiner Gattin betrogen glaubt, von den Verschwörern Sam und Tom verspottet wird. Für den Bariton schrieb Verdi in Eri tu auch eine der schönsten und berühmtesten Arien überhaupt. In den Gestalten der Wahrsagerin Ulrica und dem Pagen Oscar finden sich musikalisch und szenisch originelle Kontrastfiguren zu den Hauptcharakteren: Ulricas Beschwörung Re dell‘abisso zählt zu den musikalischen Highlights der Oper und wer könnte sich Oscars Charme entziehen, wenn er voller Enthusiasmus von Ulricas magischen Kräften berichtet, oder sich übermütig auf den kommenden Ball freut. Mit seinen perlenden Melodien unterbricht er die tragische Entwicklung der Handlung, gleichzeitig treibt seine naive Ahnungslosikeit sie aber auch unwissentlich voran.

Inhalt

Der Gouverneur Riccardo liebt heimlich Amelia, die Frau seines besten Freundes Renato. Seine Staatsgeschäfte betreibt er mit leichter Hand, ist er sich doch der Liebe des Volkes sicher, und so will er nicht auf die Warnungen seines Freundes hören, der von einer Verschwörung gegen den Gouverneur weiß. Als ihm von der Wahrsagerin Ulrica berichtet wird, will er sie als Betrügerin bloßstellen. Doch es kommt anders. Zunächst belauscht er dort ein Gespräch der Wahrsagerin mit Amelia, und erfährt, dass auch sie ihn liebt, doch um ihrem Mann treu zu bleiben, ein Mittel sucht, ihre Liebe zu vergessen. Und dann prophezeit ihm Ulrica den nahen Tod von der Hand eines Freundes. Noch immer ist Riccardo ungläubig. Er eilt zu dem nächtlichen Ort, zu dem Ulrica Amelia geschickt hat. Die beiden bekennen ihre Liebe. Um seine Freundschaft nicht zu verraten, will Riccardo verzichten. Aber es ist zu spät; seine Feinde wissen Renatos Eifersucht für ihre Zwecke zu nutzen. Während eines glanzvollen Balles kommt es zur Tragödie. Zwischen Liebe, Freundschaft und Pflicht, persönlicher Verantwortung und öffentlicher Moral hin- und hergerissen versuchen die Protagonisten, das Richtige zu tun und treffen doch die falschen Entscheidungen.

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